'ES MUSS JA WEITER GEHEN'

 

 

 

GALLERY SHOES

 

Gallery Shoes präsentiert Schuh- und Taschen-Trends H/W 20/21

vom 08.-10.März 2020

 

„Besser als erwartet“ verlief die am Dienstag zu Ende gegangene Schuhmesse Gallery Shoes auf dem Böhler-Areal in Düsseldorf. Man habe mit weniger Frequenz gerechnet und „es muss ja weiter gehen“, lautete das einstimmige Feedback der Anwesenden – Veranstalter, Aussteller und Besucher. Allzu kontrovers waren die Stimmungen im Vorfeld, ob denn die Messe nun stattfinden sollte oder nicht – angefangen mit dem von der Politik ausgegangenen Appell, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen abzusagen, bis hin zu einer allmählich aufkommenden allgemeinen Hysterie. Für ihre Entscheidung, die Messe dennoch stattfinden zu lassen, wurde der Veranstalter, die Igedo Company, einerseits im Vorfeld kritisiert, nach gelungener Messe aber auch vielfach für ihr besonnenes Krisenmanagement gelobt.

Unermüdlich hatte Ulrike Kähler, Geschäftsführerin/Project Director Gallery FASHION & Gallery SHOES, mit Ämtern und Verbänden, Ausstellern und Messebauern telefoniert, um Bedenken auszuräumen und Hygienemaßnahmen abzuklären.

Man habe sich das nicht leicht gemacht, so Kähler. „Mit allen unseren italienischen Kunden wurden individuelle Lösungen vereinbart. Einige Firmen mussten aufgrund Restriktionen deutscher und italienischer Behörden auf ihre Teilnahme an der Gallery SHOES verzichten. Von anderen Ausstellern aus Italien, die sich für eine Teilnahme entschieden haben, wurden uns entsprechende Gesundheitsbescheinigungen vorgelegt.“ Die zuständige Stelle in Neuss habe schließlich grünes Licht gegeben.

 

Gallery Shoes Impressionen

 

 

Während die überwiegende Anzahl der Aussteller – immerhin 360 statt wie bisher 400 – wie Melvin & Hamilton, Abro, Camel Active und Sketchers bis hin zu Floris van Bommel ganz selbstverständlich bei der Stange blieb, fehlten große deutsche Markennamen wie Gabor, Salamander, Birkenstock, Peter Kaiser und Marc Cain. Einige hatten mit Rücksicht auf die eigene Belegschaft im Unternehmen ihre Teilnahme abgesagt. Italien und auch Spanien waren gut vertreten, wenn auch meist nur mit kleiner Standbesetzung oder über ihre deutschen Agenturen.

Die, die da waren, bewiesen Zusammenhalt und Beständigkeit – und blicken selbst in derzeit schwierigen Zeiten recht optimistisch in die Zukunft. Unsicherheit herrscht eher in Bezug auf die zukünftige Versorgung in der Produktionskette.

„Die Folgen der Corona-Epidemie lassen sich im Hinblick auf die Lieferung von Rohmaterialien und sonstigen Zuliefererprodukte momentan nicht mit Gewissheit abschätzen", teilte der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L am Montag in seiner Pressekonferenz auf der Gallery shoes mit. Die Lust der Verbraucher auf Schuhe hänge erheblich von einer positiven Konsumstimmung ab. „Die breite und teilweise Panik auslösende öffentliche Kommunikation zum Corona-Virus dürfte der Kauflaune jedenfalls eher geschadet als sie beflügelt haben", sagte BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski. Auch in Bezug auf die Warenversorgung seien die Unternehmen des Schuhhandels verunsichert, denn ein Großteil der in Deutschland angebotenen Schuhe stammt aus chinesischer Produktion oder enthält zumindest Vorprodukte und Zutaten aus diesem wichtigen Beschaffungsland.

 

Gallery Shoes Impressionen  

 

Auch wenn die Stände nicht so rege besucht waren wie gewohnt, seien doch viele Kunden dagewesen. Das Team vom Schuhhaus Zumnorde war vor Ort, anderen Einkäufern großer Häuser wie beispielsweise Prange, die kurzfristig abgesagt hatten, wurden Lookbooks und Fotos zugeschickt – sie orderten dann digital mit Vertrauen in bewährte Marken und deren Qualität oder machten spätere Termine in kleinerem Rahmen. 

 

 Toska Blu Studio | Moda di Fausto

 

Die Schuh-Trends H/W 2020/21

 

Ziemlich düster wirkt auf den ersten Blick das Farb-Bild auf den Messe-Ständen. Funktional und kommerziell – wie immer zu den Wintersaisons. Einheitlich viel Schwarz und Braun in allen Nuancen, Cognac und Rottöne sowie die Palette der herbstlichen Naturtöne – bei Stiefeln in allen Schafthöhen, Ankle Boots auf kräftigen Absätzen wie auch in elegant schlankeren Silhouetten. Als starker Kontrast dazu: Weiß! Farbe kommt dann bei Sneakers so richtig ins Spiel: knalliges Pink, frisches Grün, leuchtendes Orange, Neoneffekte und Metallics – am liebsten alle zusammen. Pop-Colours in Extrem-Zusammenstellungen für größtmögliche Aufmerksamkeit.

 

Unisa

 

Die vom DMI prognostizierten Trend-Themen für die Saison H/W 20/21 finden in den Schuhkollektionen ihr Pendant: CULTURAL RELOAD mit spielerischen Neu-Interpretationen globaler Culture Heritage; SOUL CARE mit abgeräumten Styles, die der Ästhetik von Harmonie und Ruhe Rechnung tragen. MULTIPLE NATURES als eine von der Vielfältigkeit der Natur inspirierte Collage und FUTOPIA mit expressiven Styles in plakativer Farbigkeit, wo Innovation und individueller Ausdruck sehr futuristisch orientiert zusammenkommen.

 

Bruno Premi

 

Der Einzug einer neuen Eleganz in die Mode fordert auch mehr Chic bei den Schuhen. Abgeräumte Styles aus edlen Ledern und ohne viel Drum und Dran. Neue Längen und Weiten forcieren in der Herbst/Winter-Saison 20/21 vor allem Stiefel. Allen voran sind Hochschaftstiefel für midilange Röcke und Kleider ein wichtiger Stylingpartner, um die Looks modern wirken zu lassen. Die Leisten sind überwiegend schlank, vorn zugespitzt, mandelförmig oder auch mal in Karreeform wie in den 80ern.

 

Im Fokus liegen neben 70ies inspirierten Reiterstiefel-Varianten Modelle mit hochelastischem Schaft, durch Stretcheinsätze oder Erweiterungsmöglichkeit per rückseitigem Zipper. Highlights sind kontrastierende Streifen oder auch aufblitzende Marken-Schriftzüge.

 

Apple of Eden | Colours of California | Copenhagen

 

Dem gegenüber sieht man überall klobige Hiking- und Biker-Typen, die die für die jüngere Zielgruppe nötigen Brüche schaffen. Die meist mit extrem dicken Sohlen und Profilen ausgestatteten Boots wirken schwerer als sie sind und zeigen sich in sämtlichen Schafthöhen – ganz pur, mit Schnallen und Schnürungen, Stretcheinsätzen oder gepolsterten Steppungen.

 

Sendra Boots | Ras

 

Westernstiefel gehen in eine weitere Saison, urban interpretiert oder traditionell mit den typischen Attributen wie hochgezogener Spitze, abgeschrägtem Absatz und Anzieh-Laschen.

 

Zu verkürzten Hosen bieten sich Halbschaft-Stiefel und Stiefeletten sowie Ankle-Boots in sämtlichen Ausführungen an. Auf schlanken Leisten und mit blockigen Absätzen, auf dicken Profilsohlen ebenso wie durchgehenden Keilböden.

 

Ras

 

Das Revival der 80er bringt innovativ weiterentwickelte College-Klassiker wie Loafer und Slipper – in Lack, mit Reptilleder-Prägungen oder auch mit Fell.

Lack  und hochglänzende Oberflächen spielen nicht nur bei Stiefeln eine Rolle, sondern auch bei Ballerinas und Pumps. 

Besonders gefragt waren Halbschuhe, vielleicht auch wegen der zunehmend wärmeren Wintersaisons. Schnallen-Pumps im Retro Style kommen auf kräftigen Blockabsätzen, Loafer und Slipper zeigen Klassiker-Anklänge oder klotzen mit Nieten und glitzernden Applikationen wie auch Fell-Details.

 

Moda di Fausto

 

Funktionalität und Sustainability

 

Viele Marken haben sich mit nachhaltigen Lösungen auseinandergesetzt und präsentierten  innovative Modelle dazu.

Aufgrund seiner vielen Vorteile gilt Leder aber insgesamt – besonders bei den Konsumenten – immer noch als das nachhaltigste Material, wie in der HDS/L-Podiumsdiskussion „Natürlich, Leder!“ mit Experten der Schuh- und Lederwarenbranche deutlich wurde.

 

P448

 

Bei den Herrenschuhen dominieren abgeräumte Klassiker-Varianten und rustikale Soft-Boots. Biker-und Hiking Boots sind meist urban interpretiert oder kommen ganz naturnah mit profilierten Sohlen – durchgehend, gezackt oder auch schon mal transparent. Kontraststarke Kombinationen aus Hightech und Leder sind auf Funktionalität ausgerichtet.

 

Giorgio

 

Weiche Boots aus gewaschenen oder vegetabil gegerbten oder gefärbten Ledern wirken fast wie über Jahre getragene Lieblingsmodelle. Filz entspricht dem Naturtrend und kommt bei Schuhen und Taschen ganzflächig oder partiell zum Einsatz.

 

A.S. 98

 

Loafer und Schnürer – sowie deren Stiefeletten-Varianten – beweisen Klasse mit Klassiker-Attributen wie Perforierungen oder Schnallen, mit neuen Prägungen oder angedeuteten Used-Finishes oder Brushings.

 

Fratelli Rossetti

 

Sneakers setzen auf Zurückhaltung oder Exzentrik

 

Sneakers haben ihren Zenith noch nicht so ganz überschritten. Sie kommen entweder ganz schlicht in Schwarz oder Weiß, oder futuristisch inspiriert in expressiven Ausführungen – knallbunt im Materialmix und auf spacig dicken Sohlen.

 

Mehr Inspiationen und Schuhtrends zur Saison A/W 20/21 finden Sie in unseren CHANNELS WOMEN & MEN.

 

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