INTERCOLOR MEETING COLOGNE

 

 

Die “United Nations of Colors” treffen sich in Köln

 

„together and equality aus vielen gleichen Ansätzen eine Version machen“

 

Farbforscher aus insgesamt 17 Ländern trafen sich am Mittwoch auf Einladung des Deutschen Mode-Instituts zum internationalen Austausch in der multikulturellen Domstadt Köln, um vom 20.-22.November die Farbtrends mit Blick auf die Jahre 21/22 zu analysieren.

Nach ersten Einblicken in die hiesige Entwicklung digitaler Farbkommunikation des Kölner Startups ColorDigital startete der ENCOUNTERS DAY im Fotostudio des legendären Fashion-, Kult- und Szenefotografen Peter Boettcher, wo die INTERCOLOR-Delegierten ihre global-regionalen Impulsreferate hielten.

 

CHANGE-MAKING – PEOPLE AND PROJECTS FROM OUR REGIONS lautet das Motto der insgesamt drei Tage dauernden Veranstaltung. In einer Zeit, in der jeder kämpft, erlebt man hier eine Atmosphäre von „together and equality“.

Sustainability, Klimawandel, Meeresverschmutzung und Recycling, die Millenials im Verhältnis zu einer immer älter werdenden Bevölkerung, Biodiversity und Hightech – globale Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, standen im Focus weltumspannender Betrachtungen. Wie wir damit umgehen und welche zukunftsweisenden Projekte sich entwickeln, stellt sich jedoch in jedem Land unterschiedlich dar. Dazu präsentierten die Farbexperten in kurzen Video-Sequenzen ihre nationalen Projekte und Lösungsansätze für die Zukunft. Wo steht jeder für sich, wo stehen wir gemeinsam?

Die kurzen Videoclips skizzierten ein nationales und gleichermaßen international übergreifendes Bild eines notwendigen Wandels, welches sich global mit seinen multiplen Facetten in zeitgeistigen Stimmungen und letztendlich auch in konkreten Farben widerspiegelt, die hier diskutiert und festgelegt werden.

 

 

„Whatever we do, we can only reach it together.“

 

Die Veränderungen der Unterwasserwelt an der englischen Küste sowie der steigende Meeresspiegel  stehen im Fokus der Kurzpräsentation aus dem Vereinigten Königreich. „Nature doesn’t need people – but people need Nature“ mit Blick auf die Strände und die Wasserverschmutzung plädiert auch Portugal für eine Reinigung der Ozeane. In Dänemark setzt man auf Community und Vernetzung, sich lokal zu organisieren. „Make a balance with the nature“  lautet das Fazit der Franzosen. Eher abstrakt wirkt dann „The Blob“ – ein Organismus, der zum Produkt heranwächst, sich verbindet – ein Material der Zukunft? Gewachsene Stühle aus Bäumen, ein Projekt von Paul Evermann, welches Niels Holger Wien vorstellte, wird das schon bald die Wirklichkeit sein?

 

 

Der Tourismus und dessen Abfallwirtschaft – Ecotourism – beschäftigt die asiatischen Länder. Indonesien zeigt, wie sich Kosmetik-Reste recyceln und daraus Buntstifte für Kinder herstellen lassen. In Thailand schaut man eher auf die eigenen Traditionen. Wie zum Beispiel tausende von „flower baskets“, die auf den Flüssen schwimmen. Von hier kommt auch der Vorschlag, sich vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerung vermehrt mit Insekten als Nahrungsmittel zu beschäftigen.

Die prägnanten Stichworte aus Japan lauten „Mixed bag (Biodiversity)" und "Circularity (Sustainability)". In Korea beleuchtet man die Lebenswelt der Millenials. Dabei geht es um Ego, Singledasein, Arbeit und Work-Life-Balance, aber auch um die Verkindlichung von Pets. Um „die Werte des Alten“ – territoriale Werte – drehen sich die Zeitgeistanalysen aus Italien. Dabei werden auch die Integration von älteren Menschen und die Repopulation von Dörfern thematisiert.

 

„Searching for disappearing things“ – in Finnland schaut man auf Gemeinsamkeiten, die uns verbinden. „Handcrafted things“, bespielhaft deutlich gemacht an den weltweit auf jeweils landestypische Art gefertigten „homemade dolls“.

Virtuelle Welten hingegen bestimmen die Vision der Chinesen. Alles wird digital. „Die bekannteste chinesische Sängerin ist ein virtuelles Wesen.“

In den USA – die per skype zugeschaltet wurden – stehen „the human genom“  und „living systems“ im Fokus der Researches. „The future of biology is about to blow your mind.“

 

 

„Weiß wird kein reines Weiß mehr sein.“

 

Recycling von Materialien, insbesondere Denim – war Thema der Präsentation aus Ungarn. Dazu wurden vielfältige Projektstudien in Bezug auf Färbung und neue Materialzusammensetzung vorgestellt. Wie sich aus Bakterien Materialien – für Schuhe, Taschen oder sonstige Konsumgüter – erzeugen lassen oder aus Bananenfasern  – natürlichen Fasern mit technischen Eigenschaften – Rucksäcke und mehr produzieren lassen, bis hin zu „recycelten Farben“ – Niels Holger Wien als Repräsentant des Deutschen Mode-Instituts für Deutschland präsentierte gleich 14 verschiedene Projekte, die Lösungsansätze für die Zukunft sind.

Die Entwicklung neuer Materialien, aus natürlichen Fasern, aus pflanzlichen Abfällen oder aus Kalk, eröffnet neue Möglichkeiten für die Produktgestaltung – und zeigt ein neues Farbbild. Natürlich wirkende, nicht mehr so klare leuchtende Farben, – wie die Trinkbecher in soften Pastels, die Pantone für die Veranstaltung spendiert hatte, deutlich machen.

 

 

Das wahre Engagement liege darin, erst gar keinen Abfall zu produzieren, heißt es aus den Niederlanden. Der „Gemeinschaftsgarten für den eigenen Anbau“ sei ein guter Ansatz. Mit „tiny houses“ will man der Erderwärmung entgegenwirken. „Whatever we do, we can only reach it together.“

 

Mit vielfältigen Impressionen und regem Austausch endete der erste Tag des Intercolor-Meetings bei einem gemeinsamen Abendessen in einer kultigen Kölner Location.

In den kommenden Tagen werden die Farbexperten, die jeweils unterschiedlichste nationale Trend-Institute und -Organisationen vertreten, ihre regionalen Recherchen austauschen und gleichberechtigt nebeneinander stellen. Und anschließend darauf basierend die Farbprognosen mit Blick auf die Jahre 2021/22 erarbeiten.

Die auf der Basis dieser Vielstimmigkeit entstehende INTERCOLOR-Trendprognose spiegelt internationale Trends und Einflüsse wider und wird in den teilnehmenden Ländern in eigene Farbkonzepte übersetzt.

 

 

Über Intercolor:

 

INTERCOLOR wurde 1963 gegründet mit dem Ziel, Modetrends und -farben international zu diskutieren und eine gemeinsame Farbkarte zu erstellen. Für Deutschland vertritt Niels Holger Wien das Deutsche Mode-Institut. Das DMI beliefert seine rund 400 Mitgliedsfirmen regelmäßig mit den aktuellsten Trendanalysen sowie saisonalen Farb- und Materialtrendinformationen.

Die Intercolor-Vertreter aus insgesamt 17 Ländern – China, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Indonesien, Italien, Japan, Korea, Portugal, Spanien, der Schweiz, Thailand, der Türkei und den Vereinigten Staaten von Amerika – repräsentieren nicht nur nationale Trendorganisationen, sondern arbeiten auch für wichtige Akteure in den Bereichen Textil und Mode, Automotive, Interior und Cosmetics. Ihre Inspirationen inspirieren in allen Bereichen, in denen Farbe zählt.

 

Das INTERCOLOR-Meeting findet zweimal jährlich statt und wird jeweils von einem anderen Mitglieds-Land ausgerichtet. Während dieses zweitägigen Austausches präsentieren die Delegierten ihre Zeitgeist-Recherchen mit daraus resultierenden saisonalen Farbvorschlägen sowie Ideen und Konzepte aus kulturellen Kontexten, die ihre Wahl beeinflusst haben. Die wichtigsten Trends werden gefiltert und fokussiert zu einer INTERCOLOR-Farbkarte.

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Fotos: © AVS, Thomas Hill

 

 

 

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