NACHRUF PETER PAUL POLTE

9-Aug-2019

 

 

 

Peter Paul Polte,

ein Chronist der alten Schule ist von uns gegangen. Polte – sein Name war ein Begriff. PPP hatte mit seiner Persönlichkeit ein Alleinstellungsmerkmal wie es heute eher selten ist. 

So unterschwellig verschmitzt und einprägsam wie die aufbauende Alliteration seines Namens war auch sein Auftreten. Schmunzelnd hinter seiner runden Brille mit ungetrübt blitzenden Augen warf er seinen analytischen Blick auf eine Modewelt, die in seiner Ära Aufstieg und Fall miteinander verband. Noch im Krieg geboren konnte ihn kaum etwas aus der Ruhe bringen.

 

Trotz seiner leitenden Positionen bei der TextilWirtschaft, seiner Präsidentschaft im Europäischen Mode-Institut und der Nähe zum Deutschen Mode-Institut in der gemeinsamen Organisation von 

Trendveranstaltungen hielt Polte immer einen gesunden Abstand zum Metier – von Modefuzzi ganz zu schweigen. 

Mit entsprechend breiter Perspektive aber spitzem Fokus auf die kritischen Themen der Zeit ging er die aktuellen Fragen zur Branche wie zur Mode an. 

Den schönen Künsten zugetan betrachtete er die Mode scheinbar auch als deren jeweils jüngste Tochter - als bildende Kunst mit Blick auf Genre, Stil und Qualität. Vielleicht auch von daher erklärt sich seine geistige Nähe zum Deutschen Mode-Institut. 

Professionell, über die Jahre hinweg, aber auch persönlich verbunden mit Elke Giese, der langjährigen First Lady des DMI, trat er mit ihr zusammen auf den maßgeblichen Bühnen und Foren zum Trendgeschehen auf. TW und DMI, das war ein ungleiches und dennoch daher doppeltes Lottchen in Sachen Trend- und Branchenkompetenz. Sein süffisantes Rollenspiel zwischen Kompetenz und unterhaltsamer Komik traf immer auf ein interessiertes wie dankbar amüsiertes Publikum. Anekdotisch, kurzweilig und gleichzeitig fachlich-tiefgreifend - unvergessen sind seine Orderinfos zur Saison, die stilistisch an die niveauvollen Jahre des gehobenen Boulevardjournalismus im deutschen Fernsehen  anzuknüpfen schienen. Seine Berichte und Kommentare zur Lage der modischen Nation hatten im besten Sinne einen öffentlich-rechtlichen Charakter. 

 

Im EMI, dem Europäischen Mode-Institut, überwand Peter Paul Polte dann die nationalen wie die fachlichen Grenzen des Metiers. International prominente Protagonisten ausgewählter Konsumgüterbranchen im Diskurs mit der Mode – in seiner Zeit trieb Peter Paul Polte der deutschen Mode das Muffige aus.

 

Wir danken ihm für die gemeinsamen Jahre.

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