Review Fashion Day S/S 19

29-Jan-2018

 

DMI FASHION DAY – TRENDS FRÜHJAHR/SOMMER 2019

 

„Von Entertainment und Eskapismus – die aktuelle Psychologie des Konsums“ lautete das übergreifende Motto des DMI FASHION DAY am 25. Januar in der Rheinterrasse Düsseldorf, zu dem Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode Instituts, die zahlreich erschienenen Fachvertreter der Mode-Branche und darüber hinaus begrüßte.

 

Zeitgeist, Materialien, Marktanalysen und Mode-Trends der Womens- und Menswear für die Saison Frühjahr/Sommer 2019 standen im Fokus der neu strukturierten, ganztägigen Veranstaltung – mit mehr Raum für Kommunikation und persönlichen Austausch. Analog und Digital.

Die neuesten Informationen und visuellen Impressionen der Fachreferenten des DMI Trendboards  wurden abgerundet von Podiumsdiskussionen und Vorträgen der special guests – mit erkenntnisreichen Analysen, was die Branche bewegt und wie wir uns für eine erfolgreiche Zukunft aufstellen müssen.

 

Es geht um die Inszenierung von Mode – wie auch die B2B und B2C Kommunikation – in einer digital orientierten Gesellschaft, in der Entertainment und „Fans“ eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

 

Damit es wirklich neu wirkt, muss man das ganze Konzept auf den Kopf stellen

 

Am Beispiel Hipster zeige sich, dass Looks, die überall auf der Welt gleich aussehen, langweilig geworden sind. „In der Mode erleben wir einen Umsturz“, ein gesellschaftliches Phänomen, hinter dem sich laut Zeitgeist-Referent Carl Tillessen ein „globaler, kultureller Klassenkampf“ verbirgt. Das Bild des Hipsters mit seinem kreativen Einfluss gerät dabei ins Wanken, sogenannte Neureiche – Stars aus Sport und Pop – gelten als Vorbilder und Identifikationsfiguren eines neuen Schönheitsbildes. „All das wird beflügelt durch den boomenden, Hip-Hop-inspirierten Streetwear-Trend.“

 

„Wir sehen Extreme zwischen hohem Mengenkonsum und nachhaltiger Werteprägung“

 

Doch welche Styles sind beim Konsumenten gefragt? Die Marktanalysen von Dr. Ulla Ertelt geben Aufschluss darüber, was und wie welche Alters- und Geschlechtergruppen einkaufen. Wenn es den Zahlen nach geht, läuft es in der Mode derzeit recht gut. Doch der Markt der Mitte sei ein Haifischbecken. Die Vergleichbarkeit der Preise im Netz spiele hier besonders mit. „Wer in der Lage ist, die verschiedenen Kanäle zu bespielen, hat da gut mitwachsen können.“ Insbesondere das Kaufverhalten der jungen Generation habe sich verändert. „Es ist heute ganz normal, 20 Artikel zu kaufen.“

 

„Trends kommen und gehen, aber Fans bleiben!“

 

Es gehe weniger um Masse, sondern vielmehr um ausdrucksstarke Statements, behauptet Guest Speaker Anita Saathoff, Mitglied der Geschäftsleitung und Senior Beraterin bei forum! Für beste Beziehungen. Als strategischer Partner des F.A.Z.-Instituts untersucht die Agentur u.a. auch die Fan-Quoten großer deutscher Textilgeschäfte. Nach dem Fan-Indikator wird die emotionale Kundenbindung gemessen – mit dem Ziel, „Kunden zu Fans zu machen.“

Dabei geht es um mehr als nur den Preis, sondern um emotionale Bindung, „um wesentliche Differenzierungsmerkmale und eine höherwertige Beziehungsqualität, die nicht nur von Leistung abhängig ist.“

 

„Wir brauchen das Besondere“

 

Nach dem REALITY CHECK der laufenden Saisons  – was waren die Verkaufsbringer und wovon hätte es mehr sein dürfen? – präsentierten Christel Wickerath (DOB-Expertin der TW) und Niels Holger Wien (DMI Colour-Experte) gemeinsam die KEY DIRECTIONS für den Sommer 2019: THE INSPIRER, THE ESSENTIALIST, THE TRESPASSER und THE STAR.

Inspirationen für Konfektion mit Zukunft, außergewöhnliche Farben und Musterkombinationen, innovative Mischungen aus natürlichen wie synthetischen Materialien – „es gibt da tolle neue Ansätze“. Jeder könne heute seinen eigenen Weg gehen – und seine Fans finden. „Die Zeit für Veränderung ist da.“ In einer von digitalen Bildwelten geprägten und sich immer stärker individualisierenden Gesellschaft spielt die Inszenierung eine zunehmend wichtige Rolle. „Wir dürfen den Faktor Emotionalität, der von diesen Produkten ausgeht, nicht unterschätzen!“

Die 4 Kernthemen bilden nur die Eckpfeiler für eine Vielzahl an Interpretationen dazwischen. Design Disruptions wie Romantic, Hyper Tech, Sport Hybrid oder Nachhaltigkeit beispielsweise nehmen übergreifend Einfluss auf die Themen-Ausgestaltung – über die Materialauswahl bis hin zur Kommunikation.

 

„Wir müssen Schritt halten“

 

Welche Rolle – neben einem guten Produkt – die Persönlichkeit bei der Kundenbindung spielt, verdeutlichten Ileen Schlotmann und Hans-Peter Vankerkom, die bei der Podiumsdiskussion die unterschiedlichen Generationen wie auch Flächengrößen im stationären Handel repräsentierten. „Der Konsumentendruck steigt, immer etwas Neues haben zu müssen.“ Sowohl im Premiumsegment wie über die ganze Bandbreite von Sport bis High Fashion. Damit müsse der Handel mithalten. „Leidenschaft für die Marke“ müsse vermittelt werden, ob Coolness, Authentizität und Hintergrund-Story, Details und auch der Look Gedanke. Aber auch Orientierung, fachliche Beratungsleistung und die Begegnung auf der Fläche seien wichtig. Die digitale Integration – selbst der Kunden – gehört heute ebenso dazu.

 

 

„Es ist ein populäres Missverständnis, dass die Mode uns vorschreibt, was wir anziehen sollen“

 

Dr. Diana Weis studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Kommunikations-wissenschaft in München und Berlin. Sie unterrichtet Modetheorie an der AMD Berlin und schreibt als freie Autorin Stilkritiken für zahlreiche Magazine. 2012 hat sie das Buch „Cool Aussehen. Mode & Jugendkulturen“ herausgegeben und promovierte 2017 mit einer kulturwissenschaftlichen Arbeit über das Nervengift Botox.

 

„Es sind doch die ganz normalen Menschen, die die Mode prägen“. In ihrem unterhaltsamen Gastauftritt beim Fashion Day macht sie anhand von berühmten Zitaten eine Reise durch die Epochen und schlussfolgert: „Die Geschichte hat gezeigt, dass Veränderungen nur stattfinden können, wenn sie in Mode kommen. Wir brauchen also die Mode!“

 

Farbe ermöglicht unerwartete Bildwelten

 

Harmonien und Spannung, das raffinierte Zusammenspiel von Zwischentönen und Mut zu unerwarteten, effektvollen Kombinationen – Calming, Polarizing oder Exceptual – für die aktuellen Key Directions wurden die zwölf saisonalen Harmonien der DMI Farbkarten neu kombiniert. Mit Rezepten und Nutzungsbeispielen. Die Kolorits, die Niels Holger Wien beim Fashion Day zu den einzelnen Themen aufzeigte, sind ebenso wie die Colour Cards in den digitalen Channels der DMIx Cloud verfügbar.

 

Die Virtualität digitaler Inspirationen nimmt auch Einfluss auf Garne und Materialien

 

Die neue Lust auf Besonderes  animiert auch die Materialien zu vitaler Vielfalt. Expressive Naturgarne wie auch neue Mischungen mit synthetischen Fasern ermöglichen originelle Effekte und Strukturen. Pop Colours vitaminieren Grafik und florale Muster. Filigrane Fadenkaros und bewegte Technics unterstreichen extraleichte Qualitäten. Darkfonds werden mit Glanz und Kristall-Reflexen inszeniert. Winfried Rollmann zeigte dazu eine Vielzahl an Umsetzungs-Inspirationen für die Womens- und Menswear auf. Ob Blütenträume oder Abstraktion von tribalen Mustern ­– „die Spannbreite der Materialtrends reicht vom Contemporary Modernismus bis zum spielerischen Eskapismus.“

 

„Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Überschneidungen es gibt“

 

Prof. Dirk Wolfes und Thomas Hill präsentierten gemeinsam die Stimmungsbilder und Key-Pieces der Womens- und Menswear für den Sommer 2019. Inspirationen aus Kulturen mit Einflüssen afrikanischer und amerikanischer Traditionen, die Ästhetik von Reduktion und Nachhaltigkeit, wie eine Collage aus digitaler Kreativität und technischen Innovationen oder Selbstinszenierung auf die Spitze getrieben mit viel Glanz und Glamour – die vier Trendthemen des DMI bieten eine Fülle an kreativen Inputs für die zukünftige Mode, die sich individuell übersetzen lassen. Und: „es gibt einen Generationenwechsel, den es auch zu bedienen gilt!“

 

Die Inhalte des Fashion Day S/S 2019 sowie die saisonalen DMI Colour Cards sind in gedruckter Form sowie in den digitalen Channels erhältlich – und sofort nutzbar. Als Käufer/in unseres TREND BOOKS S/S 19 haben Sie die Möglichkeit, seine digitale Variante kostenfrei online einzusehen. Für eine Freischaltung kontaktieren Sie uns hier.

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