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Mainstream mit Mehrwert


GALLERY SHOES A/W 18/19

vom 11.-13.03.2018 in Düsseldorf

Mit einem positiven Fazit schloss am Dienstag die 2. Auflage der Gallery Shoes auf dem Areal Böhler in Düsseldorf und beendete damit für viele Einkäufer den internationalen Messereigen für die Saison A/W 18/19.

Die Stimmung war äußerst gut – bei den Veranstaltern wie auch Ausstellern und Besuchern. Mit einem kuratierten Markenmix von über 500 Brands aus 17 Ländern, mit vielen Neuzugängen sowie Wiederkehrern, hat sich die Schuhmesse als zentrale Orderplattform für das Schuhbusiness etabliert. Das erweiterte Angebot nach Sortimentsgruppen bildet den europaweiten Raum ab – von Premium bis Comfort, Woman, Man und Kids. Neu dabei war diesmal u.a. Marc Cain, um sich mit seinem Schuhsortiment im passenden Umfeld zu präsentieren – mit seinen individuellen Designs, die die modische Kollektion aufgreifen und ergänzen.

Ob als Ergänzung zum Mode-Sortiment oder Schuh-Fachhandel – bei der Gallery Shoes wird von einer überwiegenden Anzahl der Facheinkäufer die komplette Saisonorder geschrieben.

Sportivität, Eleganz und innovative Details

Lack, Glitzer und Samt, Hightech und Funktionalität, Handwerkliches und Dekoration treffen auf meist bekannten Formen aufeinander. Die Marken setzen auf Individualität in der Ausarbeitung. Ob als trendorientierte Weiterentwicklung gut gelaufener Modelle oder mit dem Fokus auf Innovation – Mainstream-Update oder Highlight. „Kooperationen laufen“ – wie zum Beispiel die Post Punk-Styles bei Dr. Martens, bei Tamaris mit Marcel Ostertag oder Crickit mit Thomas Hayo. Der Kunde ist durch die digitalen Medien und Märkte gut informiert und erwartet Besonderheit und Einzigartigkeit. Man will nicht die Kopie von der Kopie.

Die Marken kennen ihre Zielgruppen und wollen überraschen und den unterschiedlichen Ansprüchen ihrer Kunden gerecht werden: Mit neuen Details, mit interessanten Lederoptiken und Farben, die die kommenden Modetrends mitmachen. Ob ganz in Weiß, aus der Tiefe heraus schimmernd, kommerziell urban orientiert oder dekorativ durch Farbe, Form und Details inszeniert. „Schwarz geht immer“ – wie man zudem auf den meisten Ständen unübersehbar feststellen konnte.

„Mainstream mit Mehrwert“

Wer nicht auch im Online Handel gut aufgestellt ist, kommt zunehmend unter Druck. Vor allem kleinere Schuhläden leiden unter mangelnder Frequenz. „Man muss schon ganz schön rennen“, um die Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Über ein nicht langweiliges Angebot, modische Beratung und guten Service kann so manch kleinerer Fachhandel punkten.

Da zunehmend Algorithmen das Orderverhalten der Schuhhäuser bestimmen und damit die Einkäufer das Passende finden, setzt zum Beispiel A.S. 98 auf Variationen: Wem die aufwändige Dekoration zu viel ist, für den gibt es auch die abgeräumte Variante. Bei so viel Bling Bling eine zuverlässige Option.

Hinzu kommt, dass manche Aussteller von Premium-Brands die mangelnde Wertschätzung von Wertigkeit beklagen – bei den Einkäufern bis hin zum Konsumenten. Man müsse die Wertigkeit neu erkennen lernen, durch unser schnelles Konsumverhalten werde allzu oft nur auf den Preis geschaut. Der Preis spielt eine Rolle – oder „es muss ein Name drinstehen.“

Nicht immer nur Sneakers

„Viele Frauen – und auch Männer – wollen heute nicht nur Sneakers“, obwohl das Thema immer noch ein Dauerbrenner ist. Hybride Interpretationen bestimmen zunehmend die Sortimente. Neben innovativ weiterentwickelten Modellen – mit stretchigen Obermaterialien und spacig inszenierten Böden oder hellen Schalensohlen – boten sich jede Menge spannende Alternativen für Damen und Herren.

Silhouetten von schlank bis voluminös, aus feinen wie derben Ledern, im Materialmix oder beschichteten Materialien bis hin zu haarigen und pelzigen Oberflächen – innen wie außen.

Qualität wird hinterfragt – vom Kunden und Konsumenten. Bei Pelz ebenso wie vegetabilem Leder. Auch darum ist Beratung so wichtig.

In der Menswear sind überwiegend gedeckte Farben gefragt. Neben Schwarz, Cognac, Oliv und dunklen Blautönen ergänzt Schlamm jetzt die Palette der kommerziellen Farben im Menswear-Schuhbereich – von urbanen Sneakers-Hybriden über abgeräumte Loafer und Schnürer bis hin zu Boots aus Veloursleder und teils Vintage-orientierten Glattledern.

Gewaschenes oder gewachstes Dickleder, textile Einsätze mit Karos, aus Tweed oder Canvas. Pelz spielt insbesondere im Innenbereich kräftig mit.

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Die DMI-Trends auf der Gallery Shoes

Die vier Trend-Themen, die das Deutsche Mode Institut für die Saison A/W 18/19 definiert hatte, finden sich in unterschiedlichen Interpretationen in den Schuh-Kollektionen wieder:

NIGHTWALKER – Virtual Reality mit Farbtiefe und metallischen Effekten, üppige Dekoration. Lichtreflexe aus dem Dunkeln, Farbe mit tiefer Sättigung. Glanz- und Glitzerfinishes und Metallic-Leder. Extravaganz für Tag und Abend – ob Ballerinas, Stiefeletten oder Boots. Dekoration – allen voran Nieten in allen Größen von der Sohle bis Allover, gold- oder silberglänzend, aber auch überdimensionierte Perlen oder Schnallen, viel in Gold, Kupfer oder Silberglanz. Dekoration spielt sich auch an den Absätzen ab!

Samt- und Edelsteinfarben wie dunkles Rot, Schwarzviolett, Grün und Blau wie jetzt auch Türkis, Lila oder ein goldschimmerndes Gelb. Brokate und Stickereien.

SENSEMAKER Klarheit und Geradlinigkeit im Galanterie Segment – reduziert auf Form und Farbe. Spitze Leisten, schlanke Formen, flache Sohlen oder Pfennig- und dünne Stiletto- oder hohe Blockabsätze – ob Pumps oder Ankle Boots. Viel Weiß, intensives Rot, hier und da Lila oder Yves Klein-Blau. Überwiegend Uni oder maximal zweifarbig.

Absätze zeigen wieder mehr Höhe und unterstreichen einen femininen, selbstbewussten Auftritt. Elegante Pumps, feine Ballerinas und glatte, abgeräumte Hochschaftstiefel ergänzen feminine Looks am Tag wie Abend und anlassentsprechend. Auch von der Menswear inspirierte Genderless-Formen.

EXPERIENCER: Kulturelle und artisanale Inspirationen. Mix- und Match von Stil-Elementen und Materialien. Komfort und Funktion für urbane Every Day Styles. Biker- und Bergsteigertypen und hybride Formen aus kräftigen Ledern auf dicken Sohlen und Profilen.

Handwerkliche Stickereien, Blumenmuster, Tweeds und Karos im Mix mit Leder und Fell. Interessante Lederbearbeitung und Details, Pelzfutter und Besätze.

Fell spielt wieder eine wichtige Rolle – Hauptsache innen warm. Kurzgeschorenes und langhaariges Fell bis hin zum Curly oder Tibet-Lamm. Neu wirken auch grob gestrickte Woll-Optiken. Schnürsenkel – farbig, breit aus Satin oder gar flauschiger Chenille, auch mit abnehmbarem Bommel aus Pelz. Den gibt’s auch gleich im Mehrfachpack zum Wechseln – für individuelle Stylings. Der Hype auf hochwertige Leo-Styles bei Aigner zeigt: Auch die Blogger-Generation steht auf Traditionsmarken.

RULEBREAKER: Zukunftsorientierte, hybride Styles mit innovativer Ausarbeitung für urbane Looks. Grafische Designs mit technischer Innovation bei Sohlen und Obermaterialien. Funktionalität zeigt sich insbesondere durch Leichtigkeit und interessante Sohlenausarbeitung. Ober-Materialien sind Technologie-orientiert: Stretchmaterialien und Bondings auf aerodynamischen Sohlen definieren neuartige Hybride. Materialien und Farbe spielen ungewohnt zusammen:

Weiß wirkt neu und wird plakativ eingesetzt, oft auch im Zusammenspiel mit expressiven Farben. Wordings und Brandings auf Sohlen wie auch Schnürsenkeln bis hin zu Statements auf vorzeigbaren Zungen und Laschen setzen deutliche Statements.

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